Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen

Die Umbildung von sogenannten Regelgruppen in Kleingruppen in den städtischen Kindergärten ist weiterhin ein aktuelles Thema, womit sich Gremien der Stadt jedes Jahr aufs Neue beschäftigen müssen. Die SPD Ratsfraktion steht dem nach wie vor Kritisch gegenüber, so der Fraktionsvorsitzende Jens Multhaupt. Wie in der letzten Schulausschusssitzung zu hören war, stehen 2011/2012 eventuell 3 Kindergärten vor diesem Problem. In den Kleingruppen dürfen laut KiTaG bis zu 10 Kinder von nur einer Erzieherin betreut werden. In Carolinensiel war das jetzt zum ersten Mal der Fall, so Multhaupt weiter. Aus diesem Jahr lassen sich bereits die ersten Erfahrungen sammeln. Nach Befragung der Elternvertreter des Kindergartens aus Caro sieht sich die SPD in ihrer Haltung bestätigt. Dieses Gesetz ist nicht im Sinne der individuellen Förderung und Betreuung unserer Kinder. Mag die eine Erzieherin noch so kompetent, engagiert und liebevoll mit den Kindern umgehen können, schafft sie es aber trotzdem nicht in den alltäglichen Situationen allen Kindern gerecht zu werden. Unsere Kinder sind nicht mit Gesetzen, die nur aus einem Sparzwang heraus entstanden sind, zu beaufsichtigen. Unsere Kinder haben alle unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und Anforderungen. Wie soll eine Erzieherin bei 10 Kindern die körperlichen und geistigen Vorraussetzungen ausbilden um ein erfolgreiches Schulkind zu werden, so die Frage der Elternvertreter des Kindergartens aus Carolinensiel. Wenn ein Kind der Gruppe ein Bedürfnis hat, sind 9 Kinder in der Zeit unbeaufsichtigt. Alternativ wird eine Erzieherin aus einer anderen Gruppe gezogen muss dort die Arbeit abbrechen und die Aufsicht so lange übernehmen. Das Papier der Elternvertreter mit den Erfahrungen und geäußerten Bedenken ist mehrere Seiten lang, so Multhaupt. Dies sind berechtigte Sorgen, die auch durch alle Kindergartenleitungen im Vorfeld der Beratungen geäußert wurden.
Ein solches „Papier der Sorgen“ ist das Resultat, wenn mehrfach gefasste Beschlüsse in öffentlichen Schulausschusssitzungen anschließend hinter verschlossenen Türen im Verwaltungsausschuss durch sogenannte Grundsatzbeschlüsse der CDU Mehrheitsfraktion gekippt werden. Die CDU propagiert in der Presse immer ein sogenanntes Mitnehmen der Betroffenen, eine aktive Mithilfe aller Beteiligten um realisierbare und gute Lösungen zu finden und bereist die Kindergärten und die Grundschulen. Aber was nützen geschürte Hoffnungen, wenn es letztendlich immer nur um den Satz „am Machbaren orientieren“ geht. Dies ist vom Grundsatz für Haushalt richtig, aber es ist ein falscher Weg auf Kosten der Kinder den Haushalt der Stadt zu sanieren.