Carolinensiel: Zerstörung des Ortsbildes

SPD fordert Stopp von Abrisswahn in Carolinensiel Immer häufiger werden in den Ortschaften Carolinensiel und Harlesiel einzeln Häuser in Siedlungen verkauft und danach abgerissen. Dies dient nur einem Zweck, nämlich dem Bau von möglichst vielen Ferienwohnungen auf dem gekauften Grundstück.

Ortsvorsteher Siebo Lübben (von Links) sowie die Ratsherren Jens Multhaupt und Eike Cornelius fordern einen Stop des Abrisswahns im Nordseebad Carolinensiel

„In Harlesiel zeigt sich diese Situation extrem“, so der SPD Ratsherr Jens Multhaupt in einer Pressemitteilung. Hier werden die sogenannten "Nurdachhäuser", durch auswärtige Investoren abgerissen und bis in den kleinsten Winkel neu bebaut. Dort entstehen dann bis zu vier neue Häuser mit jeweils vier Wohnungen auf engstem Raum. Multhaupt beanstandet dabei nicht nur die Zerstörung des eigentlichen Charakters der Siedlungen, auch werden oftmals die Straßen durch die schweren Baugeräte in starker Mitleidenschaft gezogen. Ferner kommt es durch die Schaffung der vielen Wohnungen zu erheblichen technischen Schwierigkeiten. Zu nennen wäre hier vor allem der zusätzliche Straßenverkehr und nicht zuletzt die Ver- und Entsorgungkanäle, die für die vielen zusätzlichen Wohnungen in Harlesiel viel zu klein dimensioniert sind.
„Dieser Abrisswahn hat jetzt auch den Ortskernbereich von Carolinensiel erreicht“, kritisiert der Carolinensieler SPD Ratsherr Eike Cornelius. Nahezu jedes verkaufte Haus wird abgerissen und mit Ferienwohnungen neu bebaut. Diesem hemmungslosen Bau von immer mehr Wohnungen und der Zerstörung des Ortsbildes muss jetzt endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Ziel muss außerdem sein, dass die bisherigen touristischen Leistungsträger vor Ort ausgelastet sind. „Neue Ferienwohnungen braucht unsere Ortschaft nicht“, so Cornelius weiter. Ortsvorsteher Siebo Lübben fordert eine Überprüfung der derzeit rechtskräftigen Gestaltungssatzung und örtliche Bauvorschriften in Bebauungsplänen für Carolinensiel. Dabei wird von Ortsvorsteher Lübben vor allem die zulässige Größenordnung
und die Gebäudeabmessung von Bauvorhaben kritisch gesehen. Die Carolinensieler Ratsherren Multhaupt und Cornelius haben deshalb jetzt über die SPD Ratsfraktion einen Antrag an den Bürgermeister der Stadt Wittmund gestellt. In diesem wird die Verwaltung beauftragt, die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen in der Ortschaft ggf. im Rahmen einer gesonderten Bauausschuss-Fachsitzung in Carolinensiel zu behandeln. In der Sitzung muss geprüft werden, ob eine Veränderung der bauplanungsrechtlichen Situation durch die Änderung oder Aufstellung von Bebauungsplänen erfolgen kann. „In einer öffentlichen Ausschusssitzung direkt vor Ort können sich die Entscheidungsträger ein eigens Bild von der fatalen Situation machen und alle interessierten Bürger sich dabei umfassend informieren“, so Multhaupt abschließend.