Jens Multhaupt: Krippenplätze müssen bezahlbar sein!

Der Bau der neuen Kinderkrippe in Wittmund wird vielen Familien und alleinerziehenden Eltern helfen sich wieder aktiver am Arbeits- und Gesellschaftsleben zu beteiligen. Es wird aber vor allem Kindern helfen, bessere Startchancen in die Gesellschaft zu erlangen, so die SPD-Fraktion auf der jüngsten Sitzung.

Die Stadtrats-Abgeordneten diskutierten nochmals über den Bau, aber vor allem über die Gebührensätze der neuen Kinderkrippe an der Jann-Berghaus-Straße.
Durch die jetzt vom Schulausschuss beschlossene Erweiterung der Öffnungszeiten und die bei Bedarf zusätzlichen „Randöffnungszeiten“ von 30 Minuten vor und bis zu 60 Minuten nach den regulären Öffnungszeiten bei mindestens 5 Kindern der Krippe, erfüllen die geforderten Standards der Eltern, so der Fraktionsvorsitzende Jens Multhaupt.
Die SPD-Fraktionsmitglieder wissen aber auch, dass die erweiterten Öffnungszeiten einen größeren Personalansatz für die Betreuung fordern. Auch ist der Personalkostenschlüssel ein ganz anderer als in einem Kindergarten. In einer Krippe werden bis zu 15 Kinder in einer Gruppe betreut und in einem Kindergarten bis zu 25. Allein deshalb müsste der Elternbeitrag für den Krippenplatz höher liegen als für einen Kindergartenplatz.
Dennoch fordert die SPD Fraktion eine einheitliche Gebührenrechnung für die Kinderkrippe sowie für die Kindergärten. Gegenüber anderen Gemeinden hat die Stadt Wittmund eine 4 Stufen Staffelung der Gebührensätze. Diese ist zwar sehr Verwaltungsintensiv, wurde aber stets durch alle politischen Gremien immer wieder für die „sozial gerechteste Gebührenkalkulation“ bestätigt. Dadurch wird auch weniger wohlhabenden Familien die Inanspruchnahme eines Kindergartenplatzes ermöglicht und mit vergleichsweise günstigen Kindergartenplätzen kann man im interkommunalen Vergleich punkten und für junge Familien attraktiver sein. Dies sollte auch für Kinderkrippenplätze gelten, so Multhaupt.
Wie im Schulausschuss bereits angeklungen ist denkt die CDU Mehrheitsfraktion auch über eine, von der Kindergartengebührenstaffelung abweichende Kalkulation, nach.
Als Beispiel wurde das „Friedeburger –Model“ genannt. Dort gibt es lediglich zwei Gebührensätze, weil dieses kaum Verwaltungsaufwand bedeutet. Dieses Modell wird es mit unserer Unterstützung aber nicht geben, so die SPD-Fraktion. Die Stadt darf den Haushalt nicht auf Kosten der Kinder sanieren, so die einstimmige Meinung. Wir sehen in der Schaffung der Kinderkrippe die Chance früh in Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder zu investieren und die Möglichkeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen entscheidenden Schritt voran zubringen. Dies fängt mit der Betreuung in der Krippe an und geht mit der Ganztagsschule an den Wittmunder Grundschulen weiter. All das muss für die Eltern aber bezahlbar bleiben, fordert die SPD Fraktion. Hierzu sollte sich die CDU Mehrheitsfraktion im Stadtrat Gedanken machen und Lösungen aufzeigen. Hier langt es nicht mehr den einfachsten Weg zu gehen, sich zurück zu lehnen und alle Gebühren einfach auf die Eltern umzulegen. Dies wäre kontraproduktiv und konzeptlos, so die SPD. Ähnlich verhält es sich bei der Namensgebung der neuen Kinderkrippe. Leider ließen die CDU Mitglieder im Ausschuss keine Diskussion über den von der BfB und SPD geforderten Presseaufruf zu. Vorgeschlagen wurde ein Einbeziehen der Wittmunder-Bürger zur besseren Identifikation mit der neuen Krippe. Hier wurde wieder einmal das viel zitierte „Wir sind Wittmund“ von der CDU übergangen und einfach mit der politischen Mehrheit von oben herab bestimmt. Gerade bei der Namensfindung hätte die Politik ein gutes daran getan, die Bürger mitzunehmen und ein „Wir-Gefühl“ entgegen der Politik Verdrossenheit zu schaffen. Das ist schade, so die SPD-Fraktion abschließend.