Platz einer bedeutenden Frau widmen!

INITIATIVE! Areal am Jan-Schüpp-Brunnen soll Trude-Helmke-Platz heißen – Antrag formulieren. Am 11. April soll es eine Zusammenkunft geben, in deren Rahmen der Wittmunderin gedacht wird. Quelle: Anzeiger für Harlingerland, Wittmund vom 28.3.2014

Sie unterstützen die Idee, den Platz am Jan-Schüpp-
Brunnen Trude Helmke zu widmen: Karl-Heinz Krüger, Sibylle Schreiber-Rund, Helga Knoblich, Wilfried Heidegger, Margret Cornelius, Friedhelm Rohlfs, Rolf Adert und Uwe Friedrichs
(v. l.). BILD:INGA MENNEN, Anzeiger für Harlingerland, Wittmund

In diesem Jahr wäre Trude Helmke 101 Jahre alt
geworden. Für die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer
Frauen (ASF) in Wittmund Grund genug, dieser für Wittmund
bedeutenden Frau einen Platz zu widmen. „Die Idee war
schnell geboren“, sagte Margret Cornelius von der ASF, die
sich Unterstützung von Vertretern des Heimatvereins und der
Lebenshilfe holte.
Verschiedene Plätze, so Cornelius, seien in Betracht
gekommen, letztlich aber sei der Platz am Jan-Schüpp-
Brunnen neben dem Huus bi d’ Pütt in der Brückstraße
optimal gewesen, denn Trude Helmke war die Begründerin
der Lebenshilfe der Kreisvereinigung Wittmund. Hier
galt ihre Sorge vor allem den körperlich und geistig
behinderten Kindern. Auf ihr Wirken hin wurden Werkstätten
und Wohnanlagen für Behinderte geschaffen‚ die noch heute
betrieben werden. 1965 wurde Helmke, die am 11. April
1913 geboren wurde und 1994 verstarb, Vorsitzende der
Lebenshilfe Wittmund.
„Trude Helmke lebte in einer Zeit, als die Kriege das Leben
mit bestimmten“, erklärte Cornelius, die die Geschichte
der Wittmunderin zusammengetragen hat. Helmke wuchs mit
elf Geschwistern auf. Ihr Vater fiel im Ersten Weltkrieg.
1936 heiratete sie und bekam drei Kinder – ihr Mann fiel
im Zweiten Weltkrieg und so musste sie als Kriegerwitwe
die Kinder allein groß ziehen. Damit teilte Trude Helmke
das Schicksal vieler Frauen dieser Generation. Die Frauen
mussten ihre Familien, ihre Kinder ernähren, erziehen
und berufstätig sein. „Trude Helmke hat ihr Schicksal
entschlossen in die Hand genommen, ihr Leben gemeistert
und andere in ihrer politischen und sozialen Arbeit
unterstützt“, erklärte Margret Cornelius. 1947 gründete
sie den Reichsbund im Landkreis Wittmund; 1949 rückte sie
vor bis in den Vorstand des Reichsbundes in Niedersachsen
und sie arbeitete von 1958 bis 1962 im Bundesvorstand
mit. 1962 wurde Helmke Geschäftsführerin des Reichsbundes
im Landkreis Wittmund und bis 1971 war sie Mitglied des
Beirats im Sozialministerium für Kriegsbeschädigte und
Hinterbliebene. Seit 1952 wirkte sie als Stadtratsmitglied
in Wittmund mit. 16 Jahre lang saß sie der Fraktion
der SPD vor. Seit 1954 war sie Mitglied des Kreistags
des Landkreises Wittmund und von 1961 bis 1968 war
Trude Helmke auch stellvertretende Landrätin. „Keine
ergänzt Rolf Adert vom Heimatverein. Auch das Krankenhaus
Wittmund in seiner heutigen Form ist maßgeblich das Werk
von Trude Helmke.
Zum 101. Geburtstag von Trude Helmke am 11. April soll es
eine kleine Feier ab 11 Uhr im Huus bi d‘ Pütt geben. Dazu
ist jeder Interessierte eingeladen. „Danach wollen wir auch
einen Antrag formulieren um die Platzbenennung auf den Weg
zu bringen“, so Margret Cornelius.