Energienutzung für Freizeitbad überdenken.

Die letzten Sommertage zeigten , wie sehr das Freizeitbad Isums bei guten Voraussetzungen frequentiert wird. Hiervon überzeugte sich jetzt der SPD Ortsverein Wittmund bei einer Besichtigung der Anlage. Der Ardorfer Jens Lehmann organisierte ein Treffen mit dem technischen Leiter des Bades, sowie ein Gespräch mit der Geschäftsleitung der EG Wittmund, um Alternativen im Energieversorgungbereich aufzuzeigen.

v.l.n.r. Fraktionsvoprsitzender Jens Multhaupt, Willi Heeren, Holger Kirchhoff, Helga Knoblich, Olaf Wagner, Friedhelm Vogt, Alwin Tergau, Tamara Faß und Jens Lehmann.

Leider sind die Besucherzahlen des Bades selbst bei dem schönen Wetter nicht ausreichend, um das jährliche Defizit auszugleichen. Vor allem die stetig steigenden Energiekosten treiben das Minus für das Freizeitbad immer mehr in die Höhe und hierzu müssen unbedingt Lösungen aufgezeigt werden, so der SPD Fraktionsvorsitzende Jens Multhaupt. Bereits mehrere Male war die Wärmeenergieversorgung  des Freibades im Stadtrat behandelt worden. Leider ist das Thema aber immer wieder vertragt worden. Lehmann führte dazu aus, dass bereits das Krankenhaus, das benachbarte Verwaltungsgebäude des Landkreises, die Rettungsleitstelle und auch die Kaserne der Bundeswehr heiztechnisch aus der Abwärme zweier Biogasanlagen versorgt werden. Diese Gebäude haben den größten Energiebedarf naturgemäß im Winterhalbjahr, im Sommerhalbjahr geht der Bedarf stark zurück. Aus diesem bisher ungenutzten Überschuss könnte das Freibad Isums versorgt werden und so die Wärmenutzung ideal ergänzen, weil gerade im Sommer große Energiemengen für das Aufheizen des Badewassers benötigt werden. "Es müsste nur einmal investiert werden, um für die Zukunft zu sparen", so Lehmann. Da die Heizungsanlage des Bades bereits 30 Jahre alt ist, werden immer mehr Reparaturarbeiten fällig und in naher Zukunft muss die Anlage komplett erneuert werden. Ein Umstieg auf Nahwärmeversorgung würde die Kosten und den Verbrauch senken, Nahwärme ist außerdem frei von Schadstoffen sowie umwelt- und klimafreundlich. Bemängelt wurde auch die zu geringe Wassertemperatur. Diese beträgt zur Zeit 24 Grad Celsius. An heißen Sommertagen reicht diese sicherlich, aber gerade in der Vor- und Nachsaison beklagen sich viele Badbesucher über das zu kalte Wasser, so der technische Leiter von Isums. Das bereits an Nahwärmeversorgung angeschlossene Bad in Ardorf fährt eine Temperatur von 28 Grad. Hier zeigen die Besucherzahlen, dass selbst bei schlechtem Wetter Gäste ins Bad kommen, weil die Temperatur stimmt. Dadurch könnte eine erheblich Saisonverlängerung erreicht werden, sind sich die SPD Mitglieder sicher. Alternativ muss ebenfalls über eine eigenständige Versorgung des Isumer Bades über ein Blockkraftheizwerk nachgedacht werden. Hier gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten, um diese Wärme zu nutzen. Neben dem Bad könnten auch das Tennisgelände und der Campingplatz angeschlossen werden. Um diese Lösung näher zu erörtern, wurde bereits das Gespräch mit der EG Wittmund gesucht. Als Ergebnis bot die EG Wittmund an, die Projektierung und Errichtung einer Nahwärmeversorgung zum Freizeitbad Isums zu prüfen. Ein positives Ergebnis wäre auch im Sinne der Stadt Wittmund und des vorhandenen Bäderkonzeptes, da die Kosten immer weiter aus dem Ruder laufen, so Multhaupt. Die SPD Mitglieder sprachen in diesem Zusammenhang mit der EG Geschäftsführung auch über neue und zukunftsweisende Energiegewinnung und deren Nutzung. So wurde deutlich, dass die EG in einigen Bereichen Probleme mit dem sicherlich zunehmenden Wettbewerb bekommt. Eine Maßnahme für einen Wettbewerbsvorteil könnte die direkte Eigennutzung von Windstrom in unserer Region sein. Zum Beispiel, dass Gewerbebetriebe sich eine direkte Eigenstromversorgung aus Windenergieanlagen sichern. Ebenso umsetzbar ist auch eine Direktnutzung des Stromes aus den Windparks im Stadtgebiet Wittmund durch Einspeisung ins Versorgungsnetz der EG-Wittmund. Dies hätte viele Vorteile für die EG und deren Anschlussnehmer. Diese zukunftsweisenden und vor allem nutzbringenden Modelle für die Region müssen zügig in den entsprechenden Gremien behandelt werden und dürfen nicht weiter unter der Decke gehalten werden. Außerdem würden sie den Klimaschutzkonzepten der Stadt und des Landkreises Wittmund gerecht, so Multhaupt abschließend.